Inselspital, Theodor-Kocher-Haus
Auf dem Baufeld 6 des Inselspitals Bern, direkt gegenüber des Bremgartenfriedhofs gelegen, wurde ein Neubau für Organzentren erstellt. Der Baukörper soll dabei in seiner Ausgestaltung ausreichend flexibel angelegt sein, dass er neben der geplanten Nutzung als Organzentrum auch andere Nutzungen des Inselspitals aufnehmen kann. Als provisorische Vornutzung wird 2018 zuerst die Frauenklinik in das Gebäude einziehen.
Mit der klaren und ruhigen Volumetrie integriert sich das neue Hochhaus in die Rahmenbedingungen des Masterplans. Die abgewinkelte Strassenfassade ermöglicht einerseits eine Erweiterung des öffentlichen Raumes vor dem Haupteingang, welche hilft, eine willkommene Geste aufzubauen und andererseits der öffentlichen Nutzung des Neubaus, der Cafeteria, einen Aussenbereich zur Verfügung zu stellen. Durch die zentrale Eingangssituation wird eine eigenständige Adresse generiert. Die geöffnete Stützenstruktur erzeugt einen gedeckten Bereich, welcher einladend wirkt und sowohl Besucher als auch Patienten witterungsgeschützt ein- und aussteigen lässt. Über den gedeckten Eingang erreicht man das grosszügige Foyer mit Empfangsbereich, wo direkt die vertikale Erschliessungszone angegliedert ist, um das Gebäude zu erschliessen.
Die Fassadenstruktur folgt einem Konstruktionsraster von 1.35m, wodurch dem Spitalbetrieb im Grundriss eine maximale Flexibilität garantiert wird. Ebenfalls eine hohe Nutzungsflexibilität wird durch die Positionierung der Erschliessungskerne gewährleistet. Das Eingangsgeschoss, welches als Fundament des Hochhauses robust und massiv wirken soll, wird vor Ort betoniert. Die tektonischen Primär- sowie Brüstungselemente der Obergeschosse hingegen sind vorgehängt und sind aus vorgefertigten und hinterlüfteten Betonelementen gefertigt.
Der überhöhte Sockel wird farblich vom Oberbau differenziert. Die Betonstützen erscheinen in einem dunklen Grau und tragen jeweils – einer Stimmgabel gleich – zwei Stützelemente des Oberbaus. Diese, in weissem Beton ausgeführten Elemente, verjüngen sich nach oben und lassen den Oberbau in seiner Höhenentwicklung leicht und grazil erscheinen. Während die Betonelemente das Erscheinungsbild prägen, sind die Sturzelemente der Öffnungen mit Marmor ausgefacht. Der bewusste Farbakzent der roten Stoffstoren neben den steinernen Materialien sorgt für einen dynamischen und anregenden Ausdruck in der Fassade.
Die vertikale Struktur des Gebäudes besteht aus einer zentral gelegenen Kernstruktur und einem Erschliessungskern. Die horizontale Gliederung der patientenzugänglichen Geschosse besteht aus einer Kernzone mit umlaufendem Korridor und fassadenorientierten tageslichtgespeisten, repetitiven Patientenzimmern. Die Gänge des umlaufenden Korridors stellen jeweils in Sichtachse einen Bezug zum Aussenraum her. Das Materialisierungskonzept differenziert öffentliche Bereiche sichtbar von den Patientenbereichen. Öffentliche Bereiche wie das Foyer, die Cafeteria und die vertikale Erschliessung sind in Naturstein ausgebildet, während die Patientenbereiche in Kautschuk, Kunststein, Holz und Glasgewebe ausgebildet sind.