Parkierungsanlage Kantonsspital Frauenfeld

In Zusammenhang mit der Erweiterung des Kantonsspitals Frauenfeld musste die Parkierung auf dem Spitalareal neu organisiert werden. Das Parkhaus begrenzt das Kantonsspital Frauenfeld gegen Südosten. Das zum Spital hin in Erscheinung tretende Erdgeschoss bildet dabei zusammen mit der eingegliederten Einstellhalle des Rettungsdienstes einen sichtbaren Abschluss des Spitalareals. Die gesamte Aufsicht des Parkhauses wird erdüberdeckt ausgeführt und somit optimal in das ansteigende Gelände eingebettet. Die Lage des Parkhauses und die Positionierung im Hang ermöglichen den Spitalaufenthaltern eine freie Sicht in Richtung Südosten. Für die höher gelegenen Wohngebiete hinter dem Parkhaus tritt die Anlage als Gebäude nicht in Erscheinung.

Das Parkhaus ist auf 426 Parkplätze ausgelegt, die sich auf ein ebenerdiges Parkgeschoss und zwei unterirdische Parkebenen verteilen. Die südöstliche Anordnung der Rampenanlage gewährleistet eine klare Struktur mit freien, übersichtlichen Parkierungsebenen und ermöglicht die Platzierung eines zentralen Erschliessungskerns für die Besucher. Dieser nämlich ist auf Erdgeschossebene so positioniert, dass die Besucher den Weg zum oder vom Spital – ohne den Autoverkehr kreuzen zu müssen – gehen können.

Die Verkehrsführung ist mit der seitlich angefügten Rampenanlage, welche über grosse runde Oblichter natürlich belichtet wird, effizient gelöst: Über jeweils kurze Schlaufen durch die Parkebenen führt der Weg nach unten; für die direkte Fahrt nach oben sind die Rampen kaskadenförmig angelegt. Der Verkehrsfluss wird nicht durch Gegenverkehr gestört und die leicht schräg angelegten Parkplätze ermöglichen ein schnelles und einfaches Einparken. Die optimale Orientierung mit Verkehrsleitsystem wird mit einer prägenden Farbgestaltung und hellem LED-Licht unterstützt: Das Erdgeschoss ist in grün, das erste Untergeschoss in blau und das zweite in rot ausgeführt. Hinter dem farbigen Metallrost, welcher sich über die gesamte Länge der Parkhausrückwand erstreckt, befindet sich die Abluftanlage. Die farbigen raumhohen Gitterrostelemente sind Gestaltungsmittel und Orientierungshilfe für den Besucher zugleich.

Das Parkhaus wurde vollständig in Beton – fugenlos – ausgeführt. Der nachträglich gestockte Beton verleiht der Parkhausfassade eine räumliche Tiefe und weckt beim Betrachter das Bild eines felsartigen Gesteins. Die plastisch wirkende Oberfläche gewährt dem Beton zudem ein warmes und naturnahes Erscheinungsbild. Die V-förmige Stützengestalt auf Erdgeschossebene verweist gestalterisch auf die zu bewältigenden Kräfte der Auskragung. Der horizontale Abschluss des Parkhauses gegen Nordwesten wird in einem regelmässigen Abstand von grossen Wasserspeiern durchstossen. Diese führen das gesamte Wasser, das vom Hang über das begrünte Dach geführt wird. Die bewusst inszenierten Betonspeier leiten das Hangwasser in ein dafür angelegtes Trockenbett. Bei anhaltendem Regen füllt sich – das ansonsten ausgetrocknete Rinnsal – zu einem Bach an und wird entlang des Parkhauses geleitet, bevor das Wasser unterirdisch weggeführt wird.

Pläne

Auftragsart: Projektwettbewerb Kantonsspital 2002, 1. PreisPlanung und Ausführung: 2010 – 2014Bauherrschaft: Kantonales Hochbauamt Thurgau / thurmed Immobilien AG, FrauenfeldBauingenieur: Schnetzer Puskas Ingenieure AG, BaselGebäudetechnik: Brunner Haustechnik AG, Wallisellen / IBG B. Graf AG Engineering, WeinfeldenBrandschutz: Braun Brandsicherheit AG, WinterthurSignaletik: Duplex Design GmbH, BaselBauphysik: Wichser Akustik & Bauphysik AG, ZürichLandschaftsarchitekt: Appert Zwahlen Partner AG, ChamVerkehrsplaner: BHAteam Ingenieure AG, FrauenfeldBauleitung: Demmel Bauleitungen + Beratungen, Wagen