Wohnüberbauung Sandstrasse

Scheibenhochhäuser und Wohnblöcke aus den 1960er- und 1970er-Jahren charakterisieren das Zentrum der im Limmattal gelegenen Gemeinde Neuenhof. Daneben, auf einem langgestreckten Grundstück zwischen Haupt­strasse und Bahnhof, platziert sich die Wohnüberbauung, welche die hohe bauliche Dichte fortführt, jedoch eine freiere, ungerichtete Bebauungsstruktur einführt. Auf der parkähnlichen Grünfläche sind fünf gleichartige fünfgeschossige Mehrfamilienhäuser verteilt: Sie erinnern an nebeneinander ankernde Schiffe. Die polygonalen Baukörper sind so gegeneinander versetzt und wechselweise zueinander verdreht, dass dazwischen zwei grössere Aussenräume freibleiben: Der eine ist mit Rasen und der andere mit Kies für Spiel- und Aufenthaltsbereiche gestaltet. Dadurch bietet die Überbauung verschiedene Lesarten: Je nach Standpunkt erscheinen die fünf Wohnblöcke mal als freistehende Solitäre, mal als zusammengehörige Grossform. Jeder Gebäudekörper ist an den Längsseiten geknickt, sodass eine polygonale Form mit sechs kürzeren Fassadenabschnitten entsteht. Dadurch wirken die Wohnhäuser weniger massig, bieten im Innern jedoch genug Gebäudetiefe für eine ökonomische Grundrisseinteilung.

Jedes Fenster und jede Loggiaöffnung besitzt anstelle der üblichen Gewände an lediglich zwei übereck verbun­denen Seiten eine glatte, helle Putzschicht, die sich vom ansonsten rauen, dunklen Verputz abhebt. Diese winkelförmigen Fensterbetonungen in wechselnder Anordnung erscheinen zunächst als grafische Verspielt­heit, die die Überbauung im heterogenen Umfeld auszeichnet. Dann realisiert man, dass ein gleichmässi­ges Netzmuster die übrige Fassadenfläche überzieht und so den Gebäudekörper umspannt. In diesem Fassa­denbild wird die dahinterliegende Einteilung in 2.5- bis 4.5-Zimmerwohnungen verwischt. Jedes Haus ist in einem anderen warmen Grauton gestrichen. Haustüren aus Nussbaumholz, ein sorgfältig gestaltetes Treppen­haus sowie eine Vielfalt an Wohnungsgrundrissen werten den günstigen Mietwohnungsbau auf.

Pläne

Auftragsart: ProjektentwicklungPlanung und Ausführung: 2008 – 2013Bauherrschaft: AXA Leben AG, ZürichLandschaftsarchitekt: Rotzler Krebs Partner, WinterthurBauleitung: Demmel Bauleitungen + Beratungen, WagenBauingenieur: Bänziger Partner AG, ZürichHLS-Ingenieur: Hans Abicht AG, AarauElektroingenieur: Herzog Kull Group, Aarau